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Finanz-ABC
Was sind eigentlich Aktien? Wie funktionieren Investmentfonds, und was ist eine Anlagestrategie? Hier erkläre ich Begriffe aus der Finanzwelt in einfachen Worten.
Das Finanz-ABC im Video
Das Finanz-ABC gibt es auch als Video auf meinem YouTube-Kanal.
Gibt es Fragen oder Themen, die Sie erklärt haben möchten? Schreiben Sie mir einfach eine Nachricht.
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A
AbgeltungsteuerDie Abgeltungsteuer ist die Steuer auf Zinsen, Dividenden und Verkaufsgewinne, die Ihre Bank direkt einbehält.
Steuern
Was ist das?
Die Abgeltungsteuer ist die Einkommensteuer auf private Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Gewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren. Eine inländische Bank oder Sparkasse behält sie direkt ein und führt sie an das Finanzamt ab (§§ 43 ff. EStG). Damit ist die Einkommensteuer auf diese Einkünfte in der Regel erledigt, also abgegolten (§ 43 Abs. 5 EStG).
Der Steuersatz beträgt 25 Prozent (§ 32d Abs. 1 EStG, Stand Oktober 2026). Obendrauf kommen der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent der Steuer (§ 3 Abs. 1 Nr. 5 und § 4 SolZG) und gegebenenfalls Kirchensteuer nach dem Satz Ihrer Religionsgemeinschaft (§ 51a Abs. 2b EStG). Für die Kirchensteuer fragt die Bank Ihre Religionszugehörigkeit beim Bundeszentralamt für Steuern ab (§ 51a Abs. 2c EStG).
Ist Ihr persönlicher Steuersatz niedriger, können Sie mit der Steuererklärung die Günstigerprüfung beantragen (§ 32d Abs. 6 EStG). Das Finanzamt besteuert Ihre Kapitalerträge dann nach dem normalen Tarif, wenn das insgesamt zu einer niedrigeren Steuer führt. Der Antrag gilt immer für alle Kapitalerträge eines Jahres, bei zusammen veranlagten Ehegatten für beide.
AktieMit einer Aktie gehört Ihnen ein kleines Stück eines Unternehmens, mit allen Chancen und Risiken.
Geldanlage
Was ist das?
Aktien sind Beteiligungen am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft (AG). Rechtlich ist jede Aktie ein Anteil am Grundkapital, denn eine AG hat laut Aktiengesetz ein „in Aktien zerlegtes Grundkapital“ (§ 1 Abs. 2 AktG). Wer Aktien kauft, wird Miteigentümer des Unternehmens.
Unternehmen geben Aktien meist aus, um Eigenkapital für Investitionen zu gewinnen, zum Beispiel für die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen oder für neue Maschinen und Technik. Dieses Geld bekommt die AG auf unbestimmte Zeit, sie muss es nicht zurückzahlen.
Als Aktionär dürfen Sie an der Hauptversammlung teilnehmen und dort abstimmen, und Sie sind über die Dividende am ausgeschütteten Gewinn beteiligt. Vorzugsaktien haben in der Regel kein Stimmrecht, dafür eine bevorzugte Dividende.
AltersvorsorgedepotAb 2027 fördert der Staat ein Wertpapierdepot für die Rente: mit Zulagen, aber ohne Pflicht zur Beitragsgarantie.
Altersvorsorge
Was ist das?
Das Altersvorsorgedepot ist ein staatlich gefördertes Wertpapierdepot für die Rente, das es nach dem Altersvorsorgereformgesetz vom 26. Mai 2026 ab dem 1. Januar 2027 gibt. Angelegt wird vor allem in Investmentfonds und in Euro-Anleihen öffentlicher Schuldner, ein Mindestkapital zum Rentenbeginn wird nicht vereinbart (§ 1 Abs. 1b AltZertG ab 2027). Für Riester-Verträge, die vorher abgeschlossen wurden, gilt Bestandsschutz: Die bisherige Förderung läuft bis zum Rentenbeginn weiter, solange Sie nach 2026 keinen neuen geförderten Vertrag abschließen und nicht ausdrücklich in das neue Recht wechseln (§ 52 Abs. 50a EStG ab 2027).
Die Grundzulage beträgt 50 Cent je Euro Eigenbeitrag bis 360 Euro und 25 Cent je Euro für weitere Beiträge bis 1.800 Euro, zusammen höchstens 540 Euro im Jahr (§ 84 EStG ab 2027, Stand Oktober 2026). Je Kind mit Kindergeld kommt 1 Euro je Euro Eigenbeitrag dazu, höchstens 300 Euro, und wer zu Beginn des Beitragsjahres jünger als 25 ist, erhält einmalig 200 Euro zusätzlich (§§ 84, 85 EStG ab 2027). Voraussetzung für die Zulagen ist ein Mindesteigenbeitrag von 120 Euro im Jahr (§ 86 EStG ab 2027).
Einzahlen dürfen Sie höchstens 6.840 Euro im Jahr, die Zulagen zählen dabei nicht mit (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 AltZertG ab 2027). Wer Altersvorsorgedepots anbietet, muss auch ein einfaches Standarddepot mit zwei Fonds im Angebot haben, dessen Effektivkosten (alle Kosten zusammen als Jahreswert) höchstens 1,0 Prozent betragen dürfen (§ 1 Abs. 1c und Abs. 3, § 2a Abs. 2 AltZertG ab 2027). Ausgezahlt wird frühestens mit 65 oder ab einer früheren gesetzlichen Altersrente, entweder als lebenslange Rente oder über einen Auszahlungsplan bis mindestens zum 85. Lebensjahr.
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AnleihenMit einer Anleihe leihen Sie einem Staat oder Unternehmen Geld und erhalten dafür in der Regel Zinsen und am Ende Ihr Geld zurück.
Geldanlage
Was ist das?
Anleihen sind verzinsliche Wertpapiere, auch Schuldverschreibungen, Rentenpapiere oder Obligationen genannt. Auf der einen Seite stehen die Schuldner, zum Beispiel Staaten, Banken oder Unternehmen: Sie beschaffen sich Fremdkapital, indem sie Schuldverschreibungen ausgeben. Auf der anderen Seite stehen die Anleger: Sie leihen den Schuldnern ihr Geld und erhalten dafür ein Recht auf meist regelmäßige Zinszahlungen und in der Regel auf Rückzahlung am Ende der Laufzeit.
Meist ist der Zins für die ganze Laufzeit fest vereinbart, daher der Begriff festverzinsliches Wertpapier. Es gibt aber auch variabel verzinste Anleihen, sogenannte Floater: Ihr Zins ändert sich zu festgelegten Terminen nach einem Referenzzins. Daneben gibt es Nullkupon-Anleihen ohne laufende Zinszahlungen.
Als Gläubiger werden Sie nicht Miteigentümer und haben kein Stimmrecht. Verkaufen Sie vor Ende der Laufzeit, erhalten Sie den aktuellen Börsenkurs, der über oder unter Ihrem Kaufpreis liegen kann. Dieser Kurs hängt unter anderem vom Marktzins und von der Bonität, also der Kreditwürdigkeit, des Schuldners ab: Steigt der Marktzins, sinkt tendenziell der Kurs bereits ausgegebener Anleihen.
Asset AllocationAsset Allocation ist Ihre Grundaufteilung: Welcher Teil des Vermögens steckt in Aktien, Anleihen, Immobilien oder Rücklagen?
Finanzplanung
Was ist das?
Asset Allocation bedeutet Vermögensaufteilung. Gemeint ist, wie Sie Ihr Vermögen auf Anlageklassen verteilen. Die Verbraucherzentrale nennt als Anlageklassen Beteiligungen an Unternehmen wie Aktien, Geldwerte wie Tagesgeld und Anleihen, Immobilien sowie Rohstoffe und Edelmetalle.
Die Anlageklassen entwickeln sich in der Regel unterschiedlich. Wer sein Vermögen auf mehrere Klassen verteilt, schließt nach Einschätzung der Verbraucherzentrale einen Totalverlust praktisch aus und stabilisiert das Gesamtergebnis.
Welche Aufteilung passt, hängt von Ihrer Lebenssituation ab. Laut BaFin sollte eine Geldanlage zu Ihren Anlagezielen, Ihren finanziellen Verhältnissen, Ihrer Risikotoleranz und Ihrer Verlusttragfähigkeit passen.
AusgabeaufschlagDer Ausgabeaufschlag ist eine einmalige Gebühr beim Fondskauf. Er fließt nicht in Ihre Anlage, sondern vor allem in den Vertrieb.
Geldanlage
Was ist das?
Kaufen Sie Fondsanteile über die Fondsgesellschaft oder eine Bank, zahlen Sie meist mehr als den aktuellen Anteilswert. Der Ausgabepreis besteht aus dem Wert des Anteils und dem Ausgabeaufschlag.
Der Aufschlag wird nicht dem Fondsvermögen gutgeschrieben, er kann an die Fondsgesellschaft ausgezahlt werden und gilt als Entgelt für die Vermittlung. Seine Höhe steht in den Anlagebedingungen und im Verkaufsprospekt.
Das Gegenstück bei der Rückgabe ist der Rücknahmeabschlag, den manche Fonds vom Rücknahmepreis abziehen.
B
BaFinDie staatliche Finanzaufsicht. Sie überwacht Banken, Versicherer und Märkte, berät aber keine Einzelpersonen.
Aufsicht und Anlegerschutz
Was ist das?
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ist eine rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts mit Standorten in Bonn und Frankfurt am Main. Sie untersteht der Rechts- und Fachaufsicht des Bundesministeriums der Finanzen und finanziert sich aus Gebühren und Umlagen der beaufsichtigten Unternehmen.
Die BaFin beaufsichtigt unter anderem Banken, Versicherer, Pensionskassen, Pensionsfonds, Wertpapierinstitute und Kapitalverwaltungsgesellschaften, also Fondsgesellschaften. Sie verfolgt Insiderhandel und Marktmanipulation und kann bei schwerwiegenden Missständen den Vertrieb von Produkten einschränken oder untersagen. Ihr Verbraucherschutz ist kollektiv: Sie schützt die Interessen der Gesamtheit der Verbraucher, nicht den Einzelnen.
Für allgemeine Fragen gibt es das kostenfreie Verbrauchertelefon der BaFin unter 0800 2 100 500. In der Unternehmensdatenbank der BaFin können Sie prüfen, ob ein Anbieter eine Erlaubnis hat.
BasisinformationsblattEin kurzes Pflichtblatt, das Art, Risiken und Kosten eines Anlageprodukts in einheitlicher Form erklärt.
Aufsicht und Anlegerschutz
Was ist das?
Das Basisinformationsblatt ist ein standardisiertes Kurzdokument für Investmentfonds, strukturierte Finanzprodukte und Lebensversicherungen mit Anlagecharakter. Grundlage ist die europäische PRIIPs-Verordnung, Verordnung (EU) Nr. 1286/2014. Der Hersteller des Produkts erstellt es und veröffentlicht es auf seiner Website.
Inhalt, Aufbau und Reihenfolge der Angaben sind einheitlich vorgegeben, damit Sie Produkte vergleichen können. Bei Fonds gehören dazu Angaben zur Zielgruppe, zur empfohlenen Haltedauer, zu Anlagezielen, Risiken, verschiedenen Szenarien sowie zu Kosten und Gebühren. Das Blatt darf höchstens drei DIN-A4-Seiten lang sein und muss klar und verständlich geschrieben sein.
Vor einem Kauf müssen Sie als Privatkunde das Basisinformationsblatt erhalten, auch wenn Sie ohne Beratung kaufen. Liegt keines vor, führen Banken den Kauf in der Regel nicht aus.
Basisrente (Rürup)Eine private Rente mit hohem Steuerabzug, vor allem für Selbstständige, bei der das Geld bis zur Rente fest gebunden bleibt.
Altersvorsorge
Was ist das?
Die Basisrente, auch Rürup-Rente genannt, ist ein privater Vertrag, der nur eine monatliche, lebenslange Rente zahlt (§ 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b EStG). Die Rente darf frühestens mit 62 beginnen, bei Verträgen von vor 2012 mit 60. Zusätzlich können Berufsunfähigkeit, Erwerbsminderung und Hinterbliebene abgesichert werden.
Die Beiträge sind zusammen mit den Beiträgen zur gesetzlichen Rente als Sonderausgaben absetzbar, bis zum Höchstbeitrag der knappschaftlichen Rentenversicherung (§ 10 Abs. 3 EStG). Für 2026 sind das 30.826 Euro, für zusammen veranlagte Ehepaare das Doppelte (Stand 2026). Bei Arbeitnehmern wird der steuerfreie Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung davon abgezogen.
Die Rente wird später wie die gesetzliche Rente versteuert (§ 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG). Der steuerpflichtige Anteil richtet sich nach dem Jahr des Rentenbeginns: Bei Rentenbeginn 2026 sind es 84 Prozent, ab Rentenbeginn 2058 sind es 100 Prozent.
BerufsunfähigkeitsversicherungZahlt eine monatliche Rente, wenn Sie Ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben können.
Absicherung
Was ist das?
Die Berufsunfähigkeitsversicherung erbringt die vereinbarte Leistung, meist eine monatliche Rente, wenn nach Vertragsbeginn Berufsunfähigkeit eintritt (§ 172 Abs. 1 VVG). Berufsunfähig ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf wegen Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall voraussichtlich auf Dauer ganz oder teilweise nicht mehr ausüben kann (§ 172 Abs. 2 VVG).
Ab welchem Grad und wie lange gezahlt wird, regeln die Vertragsbedingungen. Manche Verträge erlauben dem Versicherer, Sie auf einen anderen Beruf zu verweisen, der Ihrer Ausbildung und Lebensstellung entspricht (§ 172 Abs. 3 VVG); bei der sogenannten abstrakten Verweisung gilt das auch, wenn Sie dort keine Stelle finden. Nach einem Leistungsantrag muss der Versicherer in Textform erklären, ob er seine Leistungspflicht anerkennt (§ 173 VVG).
Die gesetzliche Rentenversicherung schützt heute meist nur noch bei Erwerbsminderung. Einen gesetzlichen Schutz bei Berufsunfähigkeit gibt es nur für Versicherte, die vor dem 2. Januar 1961 geboren sind (§ 240 SGB VI).
Betriebliche VersorgungssystemeLeistungen Ihres Arbeitgebers für Ihre Versorgung. Für die betriebliche Altersversorgung gibt es fünf gesetzlich geregelte Wege.
Betriebliche Versorgung
Was ist das?
Zu den betrieblichen Versorgungssystemen gehört die betriebliche Altersversorgung (bAV), daneben weitere Versorgungsangebote des Arbeitgebers. Betriebliche Altersversorgung liegt vor, wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen aus Anlass des Arbeitsverhältnisses Leistungen für das Alter, bei Invalidität oder für Hinterbliebene zusagt (§ 1 Abs. 1 Betriebsrentengesetz, BetrAVG). Bezahlen kann sie der Arbeitgeber, Sie selbst über eine Entgeltumwandlung oder beide gemeinsam.
Es gibt fünf Durchführungswege: Direktzusage (auch Pensionszusage), Unterstützungskasse, Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds. Den Weg wählt grundsätzlich der Arbeitgeber. Auch wenn eine externe Einrichtung die Rente zahlt, steht er für die zugesagten Leistungen ein (§ 1 Abs. 1 Satz 3 BetrAVG).
Verlassen Sie das Unternehmen, behalten Sie eine vom Arbeitgeber finanzierte Anwartschaft, also Ihren bis dahin erworbenen Anspruch, wenn Sie mindestens 21 Jahre alt sind und die Zusage mindestens drei Jahre bestanden hat (§ 1b Abs. 1 BetrAVG). Anwartschaften aus Entgeltumwandlung bleiben Ihnen sofort erhalten (§ 1b Abs. 5 BetrAVG).
BörseAn der Börse treffen Käufer und Verkäufer von Wertpapieren nach festen Regeln und unter staatlicher Aufsicht aufeinander.
Börse und Markt
Was ist das?
Eine Börse ist ein organisierter Markt, auf dem Wertpapiere, Devisen oder Waren nach festen Regeln gehandelt werden. Die Kurse, also die Preise, richten sich laufend nach Angebot und Nachfrage.
In Deutschland sind Börsen Anstalten des öffentlichen Rechts, die den Handel regeln und überwachen (§ 2 Abs. 1 BörsG). Jede Börse hat eine eigene Börsenordnung und eine Handelsüberwachungsstelle, und die Börsenaufsichtsbehörde des jeweiligen Bundeslandes führt die Aufsicht (§ 3 BörsG).
Für Unternehmen ist die Börse ein Weg, Eigenkapital aufzunehmen, indem sie Aktien ausgeben. Anleger können dort Wertpapiere kaufen und später wieder verkaufen, sofern sich ein Käufer findet.
Bullen- und BärenmarktIm Bullenmarkt steigen die Kurse über längere Zeit, im Bärenmarkt fallen sie anhaltend. Die Tiere stehen für Auf und Ab.
Börse und Markt
Was ist das?
Als Bullenmarkt oder Hausse bezeichnet man einen anhaltenden Kursanstieg an der Börse. Eine Phase anhaltender Kursverluste heißt Bärenmarkt oder Baisse.
Die Bilder stammen vom Kampfverhalten der Tiere: Der Bulle nimmt seine Gegner in einer Aufwärtsbewegung auf die Hörner, der Bär schlägt mit den Tatzen nach unten. Wer auf steigende Preise setzt, gilt deshalb als „bullish“, wer auf fallende Preise setzt, als „bearish“.
Vor der Frankfurter Börse stehen Bulle und Bär als Bronzeskulpturen, die der Künstler Reinhard Dachlauer 1988 im Auftrag der Stadt Frankfurt geschaffen hat.
C
Cost-Average-EffektMit festen Raten kaufen Sie bei niedrigen Preisen mehr Anteile. Ein sicherer Vorteil gegenüber einer Einmalanlage ist das nicht.
Geldanlage
Was ist das?
Aktien sind Unternehmensbeteiligungen, und ihr Preis an der Börse schwankt mit Angebot und Nachfrage. Kann man sich diese Schwankungen als Anleger zunutze machen?
Beim Cost-Average-Effekt, auf Deutsch Durchschnittskosteneffekt, legen Sie regelmäßig einen festen Betrag an, etwa über einen Sparplan. Bei niedrigen Preisen erhalten Sie dafür mehr Anteile, bei hohen Preisen weniger. Ihr durchschnittlicher Kaufpreis je Anteil liegt deshalb rechnerisch nie über dem Durchschnitt der Preise an den Kaufterminen.
Das ist reine Mathematik und noch kein Beleg, dass Sie damit besser fahren als mit einer Einmalanlage. Wirft eine Anlage auf Dauer mehr ab als eine sichere Geldanlage, führt nach finanzmathematischen Untersuchungen das frühe Anlegen der ganzen Summe im Mittel zu mehr Endvermögen. Der Sparplan verringert dafür das Risiko eines schlechten Endergebnisses, Sie tauschen also etwas Ertrag gegen weniger Risiko.
D
DepotIm Depot verwahrt und verwaltet Ihre Bank Ihre Wertpapiere. Sie bleiben Ihr Eigentum, auch wenn die Bank insolvent wird.
Geldanlage
Was ist das?
Ein Depot ist ein Konto, auf dem Ihre Wertpapiere wie Aktien, Anleihen oder Investmentfondsanteile verbucht werden. Um Wertpapiere zu kaufen, zu verwahren und zu verkaufen, brauchen Sie ein Depot bei einer Bank, Sparkasse oder einem anderen dafür zugelassenen Institut.
Die Bank, die Ihr Depot führt, verwahrt die Wertpapiere und verwaltet sie, sie kümmert sich zum Beispiel um fällige Zins- und Dividendenzahlungen. Dieses Depotgeschäft ist ein Bankgeschäft, für das eine Erlaubnis der Aufsicht nötig ist (§ 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 5 KWG). Bei Investmentfonds verwahrt eine eigens beauftragte Bank, die Verwahrstelle, das Fondsvermögen (§ 68 KAGB).
Üblich ist die Girosammelverwahrung: Sie sind dann Miteigentümer an einem gemeinsamen Bestand gleicher Wertpapiere. Ihre Wertpapiere bleiben Ihr Eigentum und fallen nicht unter die Einlagensicherung. Wird die Bank insolvent, können Sie die Herausgabe verlangen oder das Depot übertragen lassen, sofern die Papiere nicht als Kreditsicherheit dienen.
DirektversicherungIhr Arbeitgeber schließt für Sie eine Lebens- oder Rentenversicherung ab. Die Leistung steht Ihnen zu.
Betriebliche Versorgung
Was ist das?
Die Direktversicherung ist eine sehr weit verbreitete Form der betrieblichen Altersversorgung. Ihr Arbeitgeber schließt dabei als Versicherungsnehmer eine Lebens- oder Rentenversicherung auf Ihr Leben ab. Bezugsberechtigt, also Empfänger der Leistungen, sind Sie oder Ihre Hinterbliebenen (§ 1b Abs. 2 BetrAVG).
Die Beiträge kann der Arbeitgeber allein tragen, Sie können sie per Entgeltumwandlung selbst zahlen, oder beide teilen sie sich. Steuerfrei sind Beiträge im Kalenderjahr bis 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der allgemeinen Rentenversicherung (§ 3 Nr. 63 Satz 1 EStG). Sozialabgabenfrei sind sie bis 4 Prozent dieser Grenze (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 9 SvEV).
Bei Entgeltumwandlung erhalten Sie von Beginn an ein unwiderrufliches Bezugsrecht, und der Arbeitgeber darf die Versicherung nicht verpfänden, abtreten oder beleihen (§ 1b Abs. 5 BetrAVG). Scheiden Sie aus dem Unternehmen aus, können Sie den Vertrag mit eigenen Beiträgen fortsetzen.
DiversifikationDiversifikation heißt: Verteilen Sie Ihr Geld auf viele verschiedene Anlagen, damit ein einzelner Ausfall nicht alles trifft.
Finanzplanung
Was ist das?
Diversifikation bedeutet Risikostreuung. Sie verteilen Ihr Geld auf viele verschiedene Anlagen, statt alles auf eine Karte zu setzen. Gerät eine einzelne Anlage in Schwierigkeiten, trifft das nur einen Teil Ihres Vermögens.
Entscheidend ist nicht die Zahl der Produkte, sondern wie unterschiedlich die Anlagen sind. Wer nur Tagesgeld, Sparbriefe und Rentenversicherungen besitzt, streut die Risiken nach Einschätzung der Verbraucherzentrale nicht. Breite entsteht erst über verschiedene Anlageklassen, etwa Aktien, Anleihen, Immobilien und Edelmetalle.
Auch innerhalb einer Anlageklasse hilft Breite. Investmentfonds bündeln viele Einzelwerte in einem Produkt. So streuen Sie, ohne selbst viele Einzeltitel auswählen und überwachen zu müssen.
DividendeDie Dividende ist Ihr Anteil am Gewinn einer Aktiengesellschaft, wenn die Hauptversammlung eine Ausschüttung beschließt.
Geldanlage
Was ist das?
Die Dividende ist der Teil des ausgeschütteten Gewinns einer Aktiengesellschaft, der auf eine einzelne Aktie entfällt. Über die Verwendung des Bilanzgewinns und damit über die Ausschüttung beschließt die Hauptversammlung (§ 174 AktG), Vorstand und Aufsichtsrat machen dazu einen Vorschlag.
Die Aktionäre haben Anspruch auf den Bilanzgewinn, soweit die Hauptversammlung ihn nicht zum Beispiel in Gewinnrücklagen einstellt oder als Gewinn vorträgt (§ 58 Abs. 3 und 4 AktG). Der Anspruch ist am dritten Geschäftstag nach dem Beschluss fällig, wenn Beschluss oder Satzung keinen späteren Termin vorsehen (§ 58 Abs. 4 AktG, Stand 2026).
Steuerlich zählen Dividenden zu den Einkünften aus Kapitalvermögen (§ 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG). Der Steuersatz der Abgeltungsteuer beträgt 25 Prozent, hinzu kommen Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer (§ 32d Abs. 1 EStG, Stand 2026). Steuer fällt erst an, soweit alle Einkünfte aus Kapitalvermögen den Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro übersteigen, bei zusammen veranlagten Ehegatten 2.000 Euro (§ 20 Abs. 9 EStG, Stand 2026).
Drei-Schichten-ModellDas Steuerrecht ordnet jede Altersvorsorge einer von drei Schichten zu, und danach richtet sich, wie Beiträge und Renten besteuert werden.
Altersvorsorge
Was ist das?
Mit dem Alterseinkünftegesetz wurde die Besteuerung der Altersvorsorge ab 2005 neu geordnet. Anlass war ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2002: Die unterschiedliche Besteuerung von Beamtenpensionen und gesetzlichen Renten verstieß gegen den Gleichheitsgrundsatz. Seitdem werden die Formen der Altersvorsorge drei Schichten zugeordnet.
Die erste Schicht ist die Basisversorgung: gesetzliche Rente, berufsständische Versorgungswerke, landwirtschaftliche Alterskasse und Basisrente. Die zweite Schicht ist die Zusatzversorgung mit Riester-Rente und betrieblicher Altersversorgung. Die dritte Schicht umfasst sonstige Produkte wie private Rentenversicherung oder Kapitallebensversicherung, die auch den Charakter einer Kapitalanlage haben können.
In der ersten und zweiten Schicht gilt die nachgelagerte Besteuerung: Beiträge werden bis zu Höchstbeträgen steuerlich freigestellt, die späteren Renten sind steuerpflichtig. Beiträge zur dritten Schicht zahlen Sie aus versteuertem Einkommen.
E
EinlagensicherungGeht eine Bank pleite, sind Ihre Guthaben auf Konten bis zu einer gesetzlichen Höchstgrenze geschützt.
Aufsicht und Anlegerschutz
Was ist das?
Jede Bank mit Erlaubnis für das Einlagen- und Kreditgeschäft gehört einem Einlagensicherungssystem an. Grundlage ist das Einlagensicherungsgesetz (EinSiG). Für private Banken ist das die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB), Sparkassen und Genossenschaftsbanken sichern ihre Kunden über eigene institutsbezogene Systeme.
Geschützt sind Guthaben wie Girokonto, Tagesgeld, Festgeld und Spareinlagen bis 100.000 Euro je Kunde und Bank (§ 8 Abs. 1 EinSiG). Bestimmte Beträge, etwa aus dem Verkauf der selbst genutzten Wohnimmobilie oder im Zusammenhang mit Heirat, Scheidung, Ruhestand oder Tod, sind bis 500.000 Euro geschützt, wenn der Entschädigungsfall innerhalb von sechs Monaten nach der Gutschrift eintritt (§ 8 Abs. 2 EinSiG). Bis 100.000 Euro wird ohne Antrag spätestens sieben Arbeitstage nach Feststellung des Entschädigungsfalls durch die BaFin ausgezahlt (§ 14 Abs. 3 EinSiG).
Wertpapiere im Depot wie Aktien oder Fondsanteile fallen nicht unter die Einlagensicherung. Sie bleiben Ihr Eigentum und werden von der Bank nur verwahrt, im Insolvenzfall können Sie die Herausgabe oder den Wechsel des Depots zu einem anderen Institut verlangen. Kann ein Institut Wertpapiere oder Gelder aus Wertpapiergeschäften nicht zurückgeben, ersetzt die Anlegerentschädigung 90 Prozent der Forderung, höchstens 20.000 Euro (§ 4 Abs. 2 AnlEntG).
EntgeltumwandlungSie zweigen einen Teil Ihres Bruttogehalts für eine Betriebsrente ab. Darauf haben Sie einen gesetzlichen Anspruch.
Betriebliche Versorgung
Was ist das?
Bei der Entgeltumwandlung wird ein Teil Ihres künftigen Gehalts in eine Anwartschaft auf Betriebsrente umgewandelt (§ 1 Abs. 2 Nr. 3 BetrAVG). Sie können verlangen, dass dafür bis zu 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der allgemeinen Rentenversicherung verwendet werden (§ 1a Abs. 1 BetrAVG). Die Einzelheiten regelt eine Vereinbarung mit Ihrem Arbeitgeber.
Bietet Ihr Arbeitgeber eine Pensionskasse oder einen Pensionsfonds an, läuft die Umwandlung dort, sonst können Sie eine Direktversicherung verlangen (§ 1a Abs. 1 BetrAVG). Beruht Ihr Gehalt auf einem Tarifvertrag, ist eine Umwandlung nur möglich, wenn der Tarifvertrag sie vorsieht oder zulässt (§ 20 Abs. 1 BetrAVG).
Bei Pensionsfonds, Pensionskasse oder Direktversicherung muss der Arbeitgeber zusätzlich 15 Prozent des umgewandelten Entgelts einzahlen, soweit er durch die Umwandlung Sozialversicherungsbeiträge spart (§ 1a Abs. 1a BetrAVG). Ihre Anwartschaft aus Entgeltumwandlung ist sofort unverfallbar, sie bleibt Ihnen also auch bei einem Jobwechsel erhalten (§ 1b Abs. 5 BetrAVG).
Exchange Traded Fund (ETF)Ein ETF ist ein Fonds, den Sie laufend an der Börse handeln können. Meist bildet er einfach einen Index nach.
Geldanlage
Was ist das?
ETF steht für Exchange Traded Fund, auf Deutsch börsengehandelter Fonds. Es ist ein Investmentfonds, dessen Anteile Sie über die Börse kaufen und verkaufen können.
Die meisten ETFs bilden einen Index wie den DAX nach, deshalb heißen sie auch Indexfonds. Das geschieht entweder durch den Kauf der enthaltenen Wertpapiere (physische Replikation) oder über Tauschgeschäfte, sogenannte Swaps (synthetische Replikation). Daneben gibt es aktive ETFs, deren Verwalter teilweise vom Index abweicht.
An der Börse sorgen sogenannte Market Maker, das sind Händler für diese Fondsanteile, dafür, dass der Börsenpreis nicht wesentlich vom Wert des Fondsvermögens abweicht. Das Gesetz verlangt dafür mindestens einen Market Maker.
F
Festgeld und TagesgeldTagesgeld ist jederzeit verfügbar, Festgeld ist für eine feste Zeit angelegt. Beides sind geschützte Bankeinlagen.
Geldanlage
Was ist das?
Tagesgeld ist eine flexible Geldanlage ohne feste Laufzeit, Sie können jederzeit über das Guthaben verfügen. Der Zinssatz ist variabel, die Bank kann ihn jederzeit anpassen. Ein- und Auszahlungen laufen über ein Referenzkonto, meist Ihr Girokonto, denn das Tagesgeldkonto dient nicht dem Zahlungsverkehr.
Festgeld legen Sie für eine feste Laufzeit zu einem vorab vereinbarten, garantierten Zinssatz an. Während der Laufzeit ist eine vorzeitige Verfügung in der Regel nicht möglich. Erlaubt die Bank eine Ausnahme, kann das zu Zinsverlusten oder einer Vorfälligkeitsentschädigung führen.
Beide zählen als Einlagen und sind über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Kunde und Bank geschützt (§ 2 Abs. 3 und § 8 Abs. 1 EinSiG). Eine EU-Richtlinie regelt die Einlagensicherung in den Staaten der EU und des EWR einheitlich.
FinanzplanEin Finanzplan ordnet Einnahmen, Ausgaben, Vermögen und Ziele. So sehen Sie, welcher Schritt als Nächstes sinnvoll ist.
Finanzplanung
Was ist das?
Ein Finanzplan ist eine geordnete Übersicht über Ihre Einnahmen, Ausgaben, Ihr Vermögen, Ihre Verpflichtungen und Ihre Ziele. Am Anfang steht der Überblick, wohin Ihr Geld fließt, zum Beispiel mit einem Haushaltsbuch. Bleibt am Monatsende etwas übrig, kann es für Anschaffungen, einen Notgroschen oder die Vorsorge zurückgelegt werden.
Vor jeder Geldanlage klärt ein Finanzplan, ob die wichtigen Risiken abgesichert sind, ob eine ausreichende Reserve besteht und ob Schulden zuerst getilgt werden sollten. Dabei gilt: Man kann sich nicht gegen alles versichern und sollte es auch nicht.
Dann folgt die Frage nach dem Anlagehorizont, also wann Sie das Geld wieder brauchen. Brauchen Sie es bald, kommen praktisch nur sichere Anlagen in Frage, bei langfristigen Zielen haben Sie mehr Spielraum.
FondspoliceEine Renten- oder Lebensversicherung, deren Sparanteil in Investmentfonds fließt, wobei Sie das Anlagerisiko selbst tragen.
Altersvorsorge
Was ist das?
Bei einer Fondspolice fließt der Sparanteil Ihrer Beiträge ganz oder teilweise in Investmentfonds, die Versicherung liegt wie ein Mantel um das Depot. Das Kapitalmarktrisiko tragen Sie als Versicherungsnehmer, reine Fondsprodukte haben keinen garantierten Rentenanteil.
Zum Rentenbeginn können Sie, wenn der Vertrag es vorsieht, zwischen lebenslanger Rente und Kapitalauszahlung wählen. Eine lebenslange Rente wird nur mit dem sogenannten Ertragsanteil besteuert, also mit einem gesetzlich festgelegten Teil jeder Zahlung (§ 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. bb EStG). Bei Kündigung erhalten Sie den Zeitwert der Versicherung als Rückkaufswert (§ 169 Abs. 4 VVG).
Bei Kapitalauszahlung ist der Unterschied zwischen Auszahlung und eingezahlten Beiträgen steuerpflichtig (§ 20 Abs. 1 Nr. 6 EStG). Läuft der Vertrag mindestens zwölf Jahre und wird nach dem 62. Geburtstag ausgezahlt, wird nur die Hälfte angesetzt und mit Ihrem persönlichen Steuersatz besteuert (Verträge ab 2012, § 52 Abs. 28 Satz 7 und § 32d Abs. 2 Nr. 2 EStG). Bei fondsgebundenen Policen sind zusätzlich 15 Prozent dieses Unterschiedsbetrags steuerfrei, soweit er aus Investmentfonds stammt (§ 20 Abs. 1 Nr. 6 Satz 9 EStG).
FreistellungsauftragMit dem Freistellungsauftrag sagen Sie Ihrer Bank, bis zu welchem Betrag sie Kapitalerträge ohne Steuerabzug auszahlt.
Steuern
Was ist das?
Ein Freistellungsauftrag ist Ihre Anweisung an Bank oder Sparkasse, Kapitalerträge bis zu einem bestimmten Betrag ohne Steuerabzug auszuzahlen (§ 44a Abs. 1 und 2 EStG). Er wird nach amtlichem Muster erteilt und wirkt nur bis zur Höhe des Sparer-Pauschbetrags.
Sie können den Betrag auf mehrere Banken verteilen, in Summe aber höchstens 1.000 Euro, bei zusammen veranlagten Ehegatten 2.000 Euro (Stand Oktober 2026). Ehegatten können dafür einen gemeinsamen Freistellungsauftrag erteilen. Die Banken melden die tatsächlich freigestellten Beträge jedes Jahr an das Bundeszentralamt für Steuern (§ 45d EStG).
Ohne Ihre steuerliche Identifikationsnummer ist ein Freistellungsauftrag unwirksam, bei einem gemeinsamen Auftrag braucht die Bank auch die Nummer des Ehegatten (§ 44a Abs. 2a EStG). Wer voraussichtlich gar keine Einkommensteuer zahlen muss, kann stattdessen beim Finanzamt eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung beantragen (§ 44a Abs. 1 Satz 4 und Abs. 2 EStG).
G
Gesetzliche RentenversicherungDie Pflichtversicherung, die den meisten im Alter das wichtigste Einkommen liefert: Die Beiträge von heute zahlen die Renten von heute.
Altersvorsorge
Was ist das?
Für den größten Teil der Bevölkerung ist die gesetzliche Rente die wichtigste Einnahmequelle im Alter. Sie arbeitet im Umlageverfahren: Die Ausgaben eines Jahres werden aus den Einnahmen desselben Jahres gedeckt, vor allem aus Beiträgen und Zuschüssen des Bundes (§ 153 SGB VI). Wer heute einzahlt, finanziert die laufenden Renten und erwirbt dafür eigene Ansprüche, Schwankungen fängt die Nachhaltigkeitsrücklage auf.
Neben Altersrenten zahlt sie Renten bei Erwerbsminderung und an Hinterbliebene. Ab 27 erhalten Sie jedes Jahr eine Renteninformation (§ 109 SGB VI), sofern Sie mindestens fünf Jahre Beitragszeiten haben. Ab 55 kommt alle drei Jahre eine ausführlichere Rentenauskunft.
Renten werden nachgelagert besteuert: Die Beiträge sind steuerlich absetzbar, dafür ist die Rente steuerpflichtig. Bei Rentenbeginn 2026 sind 84 Prozent der Rente steuerpflichtig, der Anteil ist für jeden neuen Rentenjahrgang höher und erreicht 2058 die volle Höhe (§ 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Doppelbuchst. aa EStG).
GoldGold bringt keine Zinsen oder Dividenden. Sie verdienen nur, wenn Sie es später teurer verkaufen, als Sie es gekauft haben.
Geldanlage
Was ist das?
Gold gilt als Krisenwährung und ist ein knappes Gut, denn es kann nicht beliebig vermehrt werden. Privatleute kaufen es meist als Barren oder Münzen. Der Goldpreis schwankt jedoch stark, die Verbraucherzentralen stufen Gold als riskante und spekulative Geldanlage ein.
Gold ist nicht produktiv: Es zahlt weder Zinsen noch Dividenden. Gewinne entstehen nur, wenn der Preis steigt und Sie verkaufen. Weil Gold in US-Dollar gehandelt wird, tragen Sie zusätzlich ein Währungsrisiko.
Der Verkauf von physischem Gold ist steuerlich ein privates Veräußerungsgeschäft nach § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG. Liegt zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr, bleibt der Gewinn steuerfrei (Stand: Oktober 2026). Bei kürzerer Haltedauer bleiben Gewinne nur steuerfrei, wenn der Gesamtgewinn aus allen privaten Veräußerungsgeschäften im Kalenderjahr unter 1.000 Euro liegt (Freigrenze nach § 23 Abs. 3 Satz 5 EStG).
H
Home BiasHome Bias heißt: Viele Anleger kaufen bevorzugt Aktien aus dem eigenen Land und streuen dadurch weniger breit als möglich.
Finanzplanung
Was ist das?
Home Bias ist Englisch und bedeutet etwa Heimatneigung. Gemeint ist, dass Anleger Wertpapiere aus ihrem Heimatland bevorzugen. Studien zeigen, dass ausländische Aktien in den Depots privater Anleger unterrepräsentiert sind.
Eine Studie aus der Diskussionspapier-Reihe der Bundesbank fand bei Privatanlegern in Deutschland sogar eine starke Übergewichtung von Unternehmen in der Nähe des Wohnorts. Einen Informationsvorsprung der Anleger fanden die Autoren nicht. Die Vorliebe beruht nach ihren Ergebnissen vor allem auf Vertrautheit.
I
IndexEin Index wie der DAX bündelt die Kurse einer Gruppe von Aktien zu einer Zahl und zeigt, wie sich dieser Markt entwickelt.
Börse und Markt
Was ist das?
Ein Index ist eine statistisch berechnete Größe, die die Entwicklung einer bestimmten Gruppe von Wertpapieren misst. Es gibt Indizes für viele Märkte, Branchen und Regionen, berechnet werden sie zum Beispiel von Börsen.
Das bekannteste deutsche Beispiel ist der DAX. Er bildet die 40 nach Börsenwert größten deutschen Aktiengesellschaften ab (Stand 2026), über die Zusammensetzung entscheidet die Deutsche Börse.
Den DAX gibt es in zwei Varianten: Im meist genannten Performanceindex werden Dividendenzahlungen berücksichtigt, der Kursindex zeigt die Kurse ohne Dividenden. Bei den Indizes der Deutschen Börse richtet sich das Gewicht einer Aktie nach dem Börsenwert ihres frei handelbaren Teils, große Unternehmen zählen also mehr.
InflationInflation heißt: Das Preisniveau steigt. Für denselben Euro bekommen Sie mit der Zeit weniger, die Kaufkraft sinkt.
Finanzplanung
Was ist das?
Inflation ist ein länger anhaltender Anstieg des allgemeinen Preisniveaus. In Deutschland misst das Statistische Bundesamt (Destatis) die Preise jeden Monat mit dem Verbraucherpreisindex (VPI). Er bildet die Waren und Dienstleistungen ab, die private Haushalte für ihren Konsum kaufen.
Die Veränderung des Index zum Vorjahresmonat oder zum Vorjahr heißt Inflationsrate oder Teuerungsrate. Steigt das Preisniveau, sinkt die Kaufkraft. Für denselben Geldbetrag erhalten Sie dann weniger Waren und Dienstleistungen.
Für stabile Preise im Euroraum ist die Europäische Zentralbank (EZB) zuständig. Sie strebt mittelfristig eine Inflationsrate von 2 Prozent an, gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI). Abweichungen nach unten gelten dabei als ebenso unerwünscht wie nach oben.
InvestmentfondsEin Investmentfonds sammelt das Geld vieler Anleger und legt es nach festen Regeln breit gestreut an.
Geldanlage
Was ist das?
Ein Investmentfonds sammelt Geld von vielen Anlegern ein, um es nach einer festgelegten Anlagestrategie zu deren Nutzen anzulegen. Je nach Fonds fließt das Geld zum Beispiel in Aktien, Anleihen oder Immobilien. Sie kaufen Anteile an diesem gemeinsamen Topf.
Verwaltet wird der Fonds von einer Kapitalverwaltungsgesellschaft. Das Fondsvermögen muss getrennt von deren eigenem Vermögen gehalten werden und liegt bei einer Verwahrstelle, in der Regel einer Bank.
Aktiv gemanagte Fonds wählen ihre Anlagen selbst aus, passive Indexfonds bilden einen Index nach. Anteile an Wertpapierfonds können Sie meist börsentäglich an die Fondsgesellschaft zurückgeben oder verkaufen.
J
Junk BondsJunk Bonds sind Anleihen von Schuldnern mit schwacher Bonität. Sie bieten höhere Zinsen, weil das Ausfallrisiko hoch ist.
Geldanlage
Was ist das?
Mit einer Anleihe leihen Sie einem Staat oder Unternehmen Geld. Wie gut der Schuldner seine Zahlungen leisten kann, heißt Bonität. Ratingagenturen stufen die Bonität mit Noten in Bonitätsgrade ein.
Ein Rating von BBB- oder besser gilt als Investment Grade, die Kreditqualität wird dann als vergleichsweise hoch eingeschätzt. Schlechter bewertete Schuldner und Papiere gelten als spekulativ. Solche Anleihen heißen Hochzinsanleihen, High Yield Bonds oder umgangssprachlich Junk Bonds, also Ramschanleihen.
Je schlechter die Ratingnote, desto höhere Zinsen muss ein Schuldner zum Ausgleich des höheren Risikos zahlen. Der höhere Zins ist also der Preis für die größere Gefahr, dass Zinsen und Rückzahlung ausfallen.
K
KapitallebensversicherungVerbindet Todesfallschutz mit einem Sparvertrag und zahlt bei Tod oder zum vereinbarten Vertragsende.
Absicherung
Was ist das?
Die Kapitallebensversicherung kombiniert eine Risikolebensversicherung, die im Todesfall zahlt, mit einem Sparvorgang. Am Vertragsende wird das angesparte Kapital ausgezahlt. Ihr Beitrag teilt sich in einen Spar-, einen Risiko- und einen Kostenanteil.
Der Sparanteil wächst mit einem Rechnungs- oder Garantiezins, der bei Vertragsabschluss festgelegt wird und für die gesamte Laufzeit gilt (§ 2 Abs. 2 DeckRV). Wie hoch er höchstens sein darf, legt die Deckungsrückstellungsverordnung (DeckRV) fest, eine Aufsichtsregel für Versicherer (§ 2 Abs. 1 DeckRV). Dazu kommen Überschussanteile, der Schlussüberschuss wird erst am Vertragsende fällig und ist nicht garantiert.
Für Verträge ab 2005 ist bei Auszahlung zum Vertragsende oder bei Kündigung der Unterschied zwischen Versicherungsleistung und eingezahlten Beiträgen steuerpflichtig (§ 20 Abs. 1 Nr. 6 EStG). Nach mindestens zwölf Jahren Laufzeit und Auszahlung ab 62 wird nur die Hälfte angesetzt, bei Verträgen von vor 2012 ab 60. Für Verträge, die vor 2005 abgeschlossen wurden, gilt das alte Recht weiter (§ 52 Abs. 28 EStG).
Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG)Die KVG ist die Firma hinter dem Fonds. Sie braucht eine Erlaubnis der BaFin und wird von einer Verwahrstelle kontrolliert.
Aufsicht und Anlegerschutz
Was ist das?
Eine Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) verwaltet Investmentfonds. Verwalten heißt nach dem Gesetz mindestens: Sie entscheidet über die Anlagen (Portfolioverwaltung) oder steuert die Risiken (Risikomanagement).
Eine KVG mit Sitz in Deutschland braucht für ihr Geschäft eine Erlaubnis der BaFin und steht danach unter deren laufender Aufsicht. Bei in Deutschland aufgelegten Publikumsfonds genehmigt die BaFin auch die Anlagebedingungen.
Für jeden Fonds muss eine Verwahrstelle beauftragt werden, bei Wertpapierfonds ein Kreditinstitut. Sie verwahrt das Fondsvermögen und stellt zum Beispiel sicher, dass Ausgabe, Rücknahme und Bewertung der Anteile den Regeln entsprechen. Bei Publikumsfonds muss die BaFin Auswahl und Wechsel der Verwahrstelle genehmigen.
L
Laufende Kosten (TER)Laufende Kosten zahlt der Fonds jedes Jahr aus seinem Vermögen. Sie sehen keine Rechnung, aber sie mindern Ihren Anteilswert.
Geldanlage
Was ist das?
Laufende Kosten werden direkt aus dem Fondsvermögen bezahlt und mindern so den Anteilswert, Sie tragen sie also indirekt. Dazu zählen vor allem die Verwaltungsvergütung, die Vergütung der Verwahrstelle und Prüfungskosten.
Die Gesamtkostenquote, englisch Total Expense Ratio (TER), fasst diese Kosten des vergangenen Geschäftsjahres in einer Zahl zusammen, im Verhältnis zum durchschnittlichen Fondsvermögen. Kosten für Käufe und Verkäufe innerhalb des Fonds, die Transaktionskosten, sind darin nicht enthalten. Bei deutschen Publikumsfonds steht die Quote unter anderem im Jahresbericht.
Seit dem 1. Januar 2023 bekommen Privatanleger vor dem Kauf ein Basisinformationsblatt nach der europäischen PRIIPs-Verordnung. Darin sind die wiederkehrenden Kosten aufgeteilt in Transaktionskosten und übrige Kosten, Erfolgsgebühren werden gesondert genannt.
LiquiditätLiquidität heißt: Sie kommen schnell an Ihr Geld. Eine Rücklage hilft, unerwartete Ausgaben ohne Kontoüberziehung zu zahlen.
Finanzplanung
Was ist das?
Liquidität beschreibt, wie schnell Sie über Ihr Geld verfügen können. Auf Tagesgeld können Sie jederzeit zugreifen. Manche Anlagen lassen sich dagegen nicht oder nicht kurzfristig verkaufen, etwa einige Anleihen kleinerer und mittlerer Unternehmen.
Verfügbarkeit, Sicherheit und hohe Rendite kann keine Geldanlage gleichzeitig bieten. Wer jederzeit an sein Geld kommen will, verzichtet daher meist auf Ertragschancen.
Eine Rücklage für Notfälle, oft Notgroschen genannt, deckt unerwartete Ausgaben wie eine kaputte Waschmaschine. Die Verbraucherzentrale empfiehlt dafür ein Tagesgeldkonto und nennt in einem Ratgeber für Berufseinsteiger als Daumenregel zwei bis drei Monatsgehälter. Wie hoch die Rücklage tatsächlich sein sollte, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab.
M
MarktkapitalisierungDie Marktkapitalisierung ist der Börsenwert eines Unternehmens: aktueller Aktienkurs mal Zahl der ausgegebenen Aktien.
Börse und Markt
Was ist das?
Die Marktkapitalisierung, auch Börsenwert oder Börsenkapitalisierung genannt, zeigt, wie hoch die Börse ein Unternehmen gerade bewertet. Sie ergibt sich aus dem aktuellen Aktienkurs multipliziert mit der Anzahl der ausgegebenen Aktien.
Weil sich der Aktienkurs während des Handels laufend ändert, ändert sich auch die Marktkapitalisierung ständig. Zählt man die Werte aller notierten Unternehmen zusammen, erhält man die Marktkapitalisierung einer ganzen Börse oder Branche.
Für die Aufnahme in Indizes wie den DAX ist die Marktkapitalisierung ein wichtiges Kriterium. Dabei zählt in der Regel nur der Streubesitz, also der Teil der Aktien, der frei gehandelt werden kann.
N
Nachhaltige GeldanlageNachhaltige Geldanlage berücksichtigt neben Ertrag und Risiko auch Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung (ESG).
Geldanlage
Was ist das?
Bei nachhaltigen Geldanlagen achten Sie zusätzlich auf ESG-Kriterien. ESG steht für Environment, Social und Governance, also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Wie nachhaltig ein Produkt ist, kann stark variieren: von gezielten Investitionen etwa in erneuerbare Energien bis zum bloßen Ausschluss einzelner Branchen.
Eine klare Definition für nachhaltige Finanzprodukte gibt es laut BaFin nicht. Die EU-Offenlegungsverordnung (EU) 2019/2088 verpflichtet Anbieter aber zu Angaben. Bewirbt ein Produkt ökologische oder soziale Merkmale, gelten die Pflichten nach Artikel 8; strebt es eine nachhaltige Investition an, gelten die Pflichten nach Artikel 9.
Die EU-Kommission hat am 20. November 2025 einen Entwurf zur Überarbeitung der Offenlegungsverordnung veröffentlicht. Geplant ist eine klar definierte Einteilung nachhaltiger Finanzprodukte in Kategorien.
O
Offener ImmobilienfondsOffene Immobilienfonds stecken Ihr Geld in viele Gebäude. Zurückgeben können Sie die Anteile aber nur mit langen Fristen.
Geldanlage
Was ist das?
Ein offener Immobilienfonds legt das Geld vieler Anleger vor allem in Gebäude an, meist in Gewerbeimmobilien wie Büros, Einkaufszentren, Hotels oder Logistikzentren, manche auch in Wohnungen. Einnahmen kommen vor allem aus Mieten und aus Wertänderungen der Immobilien. Der Fonds hat keine feste Laufzeit.
Für die Rückgabe an die Fondsgesellschaft gelten gesetzliche Fristen: Sie müssen die Anteile mindestens 24 Monate halten und die Rückgabe 12 Monate vorher unwiderruflich erklären (§ 255 Abs. 3 und 4 KAGB, Stand: Oktober 2026). Der Rücknahmepreis steht bei dieser Erklärung noch nicht fest und kann niedriger ausfallen.
Reicht das flüssige Geld des Fonds nicht für die Rückgaben, muss die Gesellschaft die Rücknahme aussetzen (§ 257 Abs. 1 KAGB). Reicht es auch 36 Monate nach der Aussetzung nicht, muss der Fonds abgewickelt werden (§ 257 Abs. 4 KAGB, Stand: Oktober 2026).
P
Pensionskasse und PensionsfondsZwei eigenständige Versorgungseinrichtungen. Sie geben Ihnen einen direkten Rechtsanspruch auf die Betriebsrente.
Betriebliche Versorgung
Was ist das?
Pensionskasse und Pensionsfonds sind rechtsfähige Versorgungseinrichtungen, die Ihnen und Ihren Hinterbliebenen einen Rechtsanspruch auf ihre Leistungen geben (§ 1b Abs. 3 BetrAVG). Beide stehen unter der Aufsicht der BaFin. Beiträge sind wie bei der Direktversicherung im Kalenderjahr bis 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der allgemeinen Rentenversicherung steuerfrei (§ 3 Nr. 63 Satz 1 EStG).
Pensionskassen werden von einem oder mehreren Unternehmen gebildet und sind eine besondere Form der Lebensversicherung. Pensionsfonds sind in der Wahl ihrer Geldanlagen freier als Pensionskassen und Direktversicherungen. Das eröffnet Chancen, bedeutet aber auch ein größeres Verlustrisiko.
Aus dem Pensionsfonds erhalten Sie eine lebenslange Rente oder einen Auszahlungsplan mit anschließender Verrentung. Scheiden Sie mit unverfallbarer Anwartschaft aus, können Sie die Versorgung bei beiden grundsätzlich mit eigenen Beiträgen fortsetzen.
PensionszusageIhr Arbeitgeber verspricht Ihnen eine Betriebsrente und zahlt sie später selbst aus dem Betriebsvermögen.
Betriebliche Versorgung
Was ist das?
Bei der Pensionszusage, auch Direktzusage genannt, verpflichtet sich der Arbeitgeber, Ihnen im Alter eine Betriebsrente aus dem Betriebsvermögen zu zahlen. Das ist der Durchführungsweg „unmittelbar über den Arbeitgeber“ (§ 1 Abs. 1 Satz 2 BetrAVG). Für die künftigen Zahlungen bildet der Arbeitgeber Pensionsrückstellungen, oft schließt er zusätzlich eine Rückversicherung ab.
Wird der Arbeitgeber insolvent, übernimmt der Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG) laufende Renten und unverfallbare Anwartschaften (§§ 7 und 14 BetrAVG). Laufende Leistungen sind monatlich bis zum Dreifachen der monatlichen Bezugsgröße gesichert (§ 7 Abs. 3 BetrAVG). Die Bezugsgröße ist das Durchschnittsentgelt der gesetzlichen Rentenversicherung im vorvergangenen Kalenderjahr, gerundet, und ändert sich deshalb jedes Jahr (§ 18 SGB IV).
Scheiden Sie aus dem Unternehmen aus, bleiben Ihre unverfallbaren Anwartschaften grundsätzlich erhalten. Einen Anspruch, die Versorgung mit eigenen Beiträgen weiter aufzubauen, haben Sie bei der Direktzusage aber nicht.
Q
QuellensteuerQuellensteuer zieht der Staat ab, aus dem Ihre Dividende stammt; Deutschland rechnet sie nur bis zu einer Grenze an.
Steuern
Was ist das?
Viele Staaten behalten auf Dividenden und Zinsen, die an Anleger im Ausland fließen, direkt eine Steuer ein: die Quellensteuer. Weil diese Einkünfte in Deutschland ebenfalls steuerpflichtig sind, droht eine doppelte Besteuerung. Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) begrenzen deshalb, wie viel Quellensteuer der andere Staat erheben darf.
Die erlaubte ausländische Steuer wird auf die deutsche Abgeltungsteuer angerechnet, in der Regel direkt durch Ihre Bank (§ 32d Abs. 5 und § 43a Abs. 3 EStG). Je Zahlung wird höchstens eine ausländische Steuer von 25 Prozent des Betrags angerechnet. Angerechnet wird außerdem nur bis zur Höhe der deutschen Steuer, die im selben Jahr auf diese Einkünfte entfällt.
Behält der andere Staat mehr ein, als das DBA erlaubt, wird der Überschuss in Deutschland nicht angerechnet. Diesen Teil können Sie nur im Quellenstaat zurückfordern, mit dessen eigenen Formularen und in der Regel mit einer Ansässigkeitsbestätigung Ihres Finanzamts.
R
RebalancingRebalancing heißt: Sie bringen Ihre Geldanlage zurück auf die Mischung aus Aktien und sicheren Anlagen, die Sie gewählt haben.
Finanzplanung
Was ist das?
Wer Geld anlegt, legt meist eine Mischung fest, zum Beispiel einen Teil in Aktienfonds und einen Teil in Tages- oder Festgeld. Wie groß der Aktienanteil sein darf, hängt davon ab, welchen zwischenzeitlichen Verlust Sie verkraften können.
Mit der Zeit verschiebt sich diese Mischung von selbst: Entwickeln sich Aktien besser als Festgeld, wächst ihr Anteil am Gesamtvermögen. Beim Rebalancing stellen Sie die ursprüngliche Aufteilung wieder her, indem Sie umschichten, also zum Beispiel einen Teil der Aktienfonds verkaufen und das Geld in den sicheren Teil stecken.
So bleibt das Risiko Ihrer Anlage auf dem Niveau, das Sie bewusst gewählt haben.
RenditeRendite ist der Ertrag, den Ihr eingesetztes Kapital bringt. Frühere Ergebnisse sind kein verlässlicher Hinweis auf die Zukunft.
Geldanlage
Was ist das?
Als Rendite bezeichnet man den Ertrag auf das eingesetzte Kapital. Dazu können Zinsen, Dividenden und Kursgewinne gehören. Meist wird die Rendite auf ein Jahr bezogen.
Rendite, Sicherheit und Verfügbarkeit hängen zusammen. Eine höhere Rendite bedeutet nach Darstellung der BaFin grundsätzlich eine geringere Sicherheit. Keine Geldanlage erfüllt alle drei Ziele zugleich.
Für Sie zählt, was nach Kosten, Steuern und Teuerung übrig bleibt. Ziehen Sie die Inflation ab, erhalten Sie die reale Rendite, also den Zuwachs an Kaufkraft.
RentenlückeDie Lücke zwischen dem Geld, das Sie im Alter brauchen, und dem, was aus Ihren Renten tatsächlich ankommt.
Finanzplanung
Was ist das?
Die Rentenlücke, auch Versorgungslücke genannt, ist der Unterschied zwischen dem Einkommen, das Sie im Alter brauchen, und dem, was Sie aus Renten und anderer Vorsorge voraussichtlich erhalten. Eine allgemeingültige Größe gibt es nicht: Sie hängt von Ihren Ausgaben, Ihren Ansprüchen und Ihrer übrigen Vorsorge ab.
Grundlage ist die Renteninformation, die Sie ab 27 jedes Jahr von der Deutschen Rentenversicherung erhalten. Sie enthält eine Hochrechnung Ihrer Altersrente und zeigt damit, wie groß die Lücke zum heutigen Einkommen ist. Ansprüche aus betrieblicher und privater Vorsorge sehen Sie zusätzlich in der Digitalen Rentenübersicht.
Die Beträge der Renteninformation sind brutto: Davon gehen noch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge und gegebenenfalls Steuern ab. Außerdem berücksichtigt die Hochrechnung keinen Kaufkraftverlust durch steigende Preise.
Riester-RenteStaatlich geförderte private Vorsorge seit 2002: Neue Verträge gibt es nur bis Ende 2026, bestehende laufen weiter.
Altersvorsorge
Was ist das?
Die Riester-Rente ist eine private Altersvorsorge, die der Staat seit 2002 mit Zulagen und Steuervorteilen fördert. Gefördert werden nur zertifizierte Verträge, etwa Rentenversicherungen, Bank- und Fondssparpläne oder Bausparverträge. Berechtigt sind vor allem Pflichtversicherte der gesetzlichen Rentenversicherung und Beamte, Ehepartner können über einen eigenen Vertrag mittelbar gefördert werden (§§ 10a, 79 EStG).
Nach dem bis Ende 2026 geltenden Recht beträgt die Grundzulage 175 Euro, die Kinderzulage 185 Euro je Kind und 300 Euro für ab 2008 geborene Kinder, wer zu Beginn des Beitragsjahres jünger als 25 ist, erhält einmalig 200 Euro zusätzlich (§§ 84, 85 EStG, Stand 2026). Die volle Zulage erhalten Sie, wenn Ihr Eigenbeitrag 4 Prozent Ihres rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens erreicht, höchstens 2.100 Euro, jeweils abzüglich der Zulagen und mindestens 60 Euro (§ 86 EStG). Beiträge und Zulagen bis 2.100 Euro sind zudem als Sonderausgaben absetzbar, das Finanzamt prüft von Amts wegen, was günstiger ist (§ 10a EStG).
Für Verträge, die vor dem 1. Januar 2027 abgeschlossen wurden, gilt dieses Förderrecht bis zum Beginn der Auszahlung weiter (§ 52 Abs. 50a EStG ab 2027). Riester-Verträge nach altem Recht dürfen ab 2027 nicht mehr neu verkauft werden (§ 14 Abs. 7 AltZertG ab 2027). An ihre Stelle treten das Altersvorsorgedepot und neue Garantieprodukte.
Mehr zu Altersvorsorgedepot und FörderrechnerMerlin dazu fragen
Risikoklasse (SRI)Die Risikoklasse im Basisinformationsblatt zeigt auf einer Skala von 1 bis 7, wie riskant ein Anlageprodukt im Vergleich ist.
Aufsicht und Anlegerschutz
Was ist das?
Für verpackte Anlageprodukte und Versicherungsanlageprodukte für Kleinanleger muss ein Basisinformationsblatt erstellt werden. Darin steht ein Gesamtrisikoindikator, englisch Summary Risk Indicator (SRI). Das schreibt Artikel 8 der PRIIPs-Verordnung (EU) Nr. 1286/2014 vor.
Die Einstufung erfolgt auf einer Skala von 1 bis 7. Klasse 1 steht für die niedrigste, Klasse 7 für die höchste Risikoklasse. In den Wert fließen das Marktrisiko, also Wertschwankungen, und das Kreditrisiko ein, also die Gefahr, dass der Hersteller oder ein anderer Schuldner nicht zahlen kann.
Die Einzelheiten der Berechnung regelt die Delegierte Verordnung (EU) 2017/653. Laut BaFin wird dabei unter anderem mit Daten aus der Vergangenheit bewertet, wie stark der Wert schwanken kann.
S
SondervermögenSondervermögen ist das getrennt gehaltene Vermögen eines deutschen Fonds. Es fällt nicht in die Insolvenzmasse der Fondsgesellschaft.
Aufsicht und Anlegerschutz
Was ist das?
Ein Sondervermögen ist ein deutscher Investmentfonds in Vertragsform, den eine Verwaltungsgesellschaft für Rechnung der Anleger verwaltet. Die Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) muss es von ihrem eigenen Vermögen getrennt halten.
Das Sondervermögen haftet nicht für Schulden der KVG. Wird über die KVG ein Insolvenzverfahren eröffnet, gehört das Sondervermögen nicht zur Insolvenzmasse.
Das Verwaltungsrecht der KVG erlischt dann, Verwaltung und Verfügung gehen auf die Verwahrstelle über. Diese wickelt den Fonds ab und verteilt das Geld an die Anleger, oder sie überträgt die Verwaltung mit Genehmigung der BaFin auf eine andere KVG.
SparerpauschbetragBis 1.000 Euro Kapitalerträge im Jahr bleiben steuerfrei, für zusammen veranlagte Ehepaare bis 2.000 Euro.
Steuern
Was ist das?
Der Sparer-Pauschbetrag ist ein Freibetrag für Einkünfte aus Kapitalvermögen, also Zinsen, Dividenden und Gewinne aus Wertpapierverkäufen. Er beträgt 1.000 Euro je Person und Jahr (§ 20 Abs. 9 Satz 1 EStG, Stand Oktober 2026). Ehegatten und eingetragene Lebenspartner, die zusammen veranlagt werden, erhalten gemeinsam 2.000 Euro (§ 20 Abs. 9 Satz 2 und § 2 Abs. 8 EStG).
Rechtlich ist er eine Pauschale für Werbungskosten, also für Ausgaben rund um die Geldanlage. Ihre tatsächlichen Kosten können Sie deshalb nicht zusätzlich abziehen (§ 20 Abs. 9 Satz 1 EStG). Schöpft bei Ehegatten einer seinen Anteil nicht aus, wird der Rest beim anderen berücksichtigt (§ 20 Abs. 9 Satz 3 EStG).
Damit die Bank den Betrag schon beim Steuerabzug berücksichtigt, erteilen Sie ihr einen Freistellungsauftrag. Haben Sie das versäumt, können Sie zu viel gezahlte Steuer über die Steuererklärung zurückholen (§ 32d Abs. 4 EStG).
SparplanMit einem Sparplan legen Sie regelmäßig einen festen Betrag zurück, zum Beispiel jeden Monat in einen Fonds.
Geldanlage
Was ist das?
Ein Sparplan ist ein Vertrag, bei dem Sie regelmäßig, meist monatlich, einen vorher festgelegten Betrag sparen. Es gibt ihn als Banksparplan, bei dem die Bank vereinbarte Zinsen zahlt, und als Fondssparplan, bei dem die Raten in Fondsanteile fließen.
Für einen ETF-Sparplan brauchen Sie ein Wertpapierdepot bei einer Bank. Die Rate können Sie in der Regel jederzeit ändern, den Plan pausieren und später fortsetzen.
Ob ein Sparplan oder eine Einmalanlage besser passt, hängt vor allem davon ab, ob Sie eine größere Summe anlegen oder laufend aus Ihrem Einkommen Vermögen aufbauen möchten.
T
TeilfreistellungBei Aktien-, Misch- und Immobilienfonds bleibt ein fester Teil der Erträge steuerfrei, als Ausgleich für Steuern im Fonds.
Steuern
Was ist das?
Die Teilfreistellung macht einen festen Teil der Ausschüttungen, Vorabpauschalen und Verkaufsgewinne aus Investmentfonds steuerfrei (§ 20 InvStG). Sie gleicht pauschal aus, dass der Fonds selbst schon Steuern zahlt, etwa ausländische Quellensteuer auf Dividenden. Für einzelne Aktien im eigenen Depot gibt es keine Teilfreistellung.
Bei Aktienfonds sind für Privatanleger 30 Prozent steuerfrei. Bei Mischfonds ist es die Hälfte davon, also 15 Prozent. Bei Immobilienfonds sind es 60 Prozent, bei Immobilienfonds mit Schwerpunkt im Ausland 80 Prozent (§ 20 Abs. 1 bis 3 InvStG, Stand Oktober 2026).
Welche Art vorliegt, richtet sich nach den Anlagebedingungen des Fonds. Ein Aktienfonds muss danach fortlaufend mehr als 50 Prozent seines Aktivvermögens in Kapitalbeteiligungen wie Aktien anlegen, ein Mischfonds mindestens 25 Prozent (§ 2 Abs. 6 und 7 InvStG).
U
UnterstützungskasseEine eigene Versorgungseinrichtung finanziert die Betriebsrente. Ihr Anspruch richtet sich aber gegen den Arbeitgeber.
Betriebliche Versorgung
Was ist das?
Die Unterstützungskasse ist eine rechtsfähige Versorgungseinrichtung, die ein oder mehrere Unternehmen bilden. Sie gewährt auf ihre Leistungen keinen Rechtsanspruch (§ 1b Abs. 4 BetrAVG). Ihren Anspruch auf die Betriebsrente haben Sie deshalb gegenüber Ihrem Arbeitgeber.
Die Kasse legt das von den Unternehmen eingezahlte Geld an und zahlt daraus später die Betriebsrenten. Reichen ihre Mittel nicht aus, muss der Arbeitgeber den Rest der zugesagten Rente selbst aufbringen. Wird er insolvent, sichert der Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG) die erworbenen Ansprüche (§ 7 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 BetrAVG).
V
Vermögenswirksame Leistungen (VL)Ihr Arbeitgeber zahlt Geld direkt in einen Sparvertrag für Sie ein. Bis zu einer Einkommensgrenze gibt der Staat eine Zulage dazu.
Betriebliche Versorgung
Was ist das?
Vermögenswirksame Leistungen (VL) sind Geldbeträge, die Ihr Arbeitgeber direkt in eine gesetzlich festgelegte Anlageform einzahlt. Ob und in welcher Höhe er sie zahlt, regeln Arbeitsvertrag, Betriebsvereinbarung oder Tarifvertrag (§ 10 Abs. 1 5. VermBG). Sie können auch schriftlich verlangen, dass Teile Ihres Lohns vermögenswirksam angelegt werden (§ 11 Abs. 1 5. VermBG).
Mögliche Anlageformen sind zum Beispiel Fondssparpläne, Bausparverträge, die Tilgung eines Baukredits oder Banksparpläne. Bei einem Fondssparplan gilt eine Sperrfrist von sieben Jahren ab dem 1. Januar des Jahres der ersten Einzahlung (§ 4 Abs. 2 5. VermBG). In dieser Zeit dürfen Sie über das Geld nicht verfügen, sonst kann die Zulage entfallen.
Die Arbeitnehmer-Sparzulage beträgt 20 Prozent der VL, die in Wertpapiere oder andere Vermögensbeteiligungen wie einen Aktienfonds fließen, höchstens auf 400 Euro im Jahr. Für Bausparen und Baukredittilgung sind es 9 Prozent auf höchstens 470 Euro im Jahr (§ 13 Abs. 2 5. VermBG). Voraussetzung ist ein zu versteuerndes Einkommen von höchstens 40.000 Euro, bei Zusammenveranlagung 80.000 Euro (§ 13 Abs. 1 5. VermBG, Stand Oktober 2026).
VolatilitätVolatilität misst, wie stark der Preis einer Geldanlage schwankt. Je höher sie ist, desto größer ist das Auf und Ab.
Börse und Markt
Was ist das?
Volatilität beschreibt, wie stark der Preis eines Wertpapiers, eines Index oder einer anderen Geldanlage um seinen Mittelwert schwankt. Berechnet wird sie meist als Standardabweichung. Das ist ein statistisches Maß für die durchschnittliche Abweichung vom Mittelwert.
Eine hohe Volatilität bedeutet große Ausschläge nach oben und unten, eine niedrige Volatilität ruhigere Preise. Die historische Volatilität misst die Schwankungen der Vergangenheit, die implizite Volatilität die künftig erwartete Schwankungsstärke.
Im Basisinformationsblatt, das es zum Beispiel für Fonds gibt, fließt die Volatilität in den Gesamtrisikoindikator ein. Er ordnet ein Produkt auf einer Skala von 1 bis 7 ein (Art. 3 und Anhang II Delegierte Verordnung (EU) 2017/653, Stand 2026).
VorabpauschaleDie Vorabpauschale ist ein fiktiver Betrag, den Sie bei Fonds versteuern, auch wenn der Fonds nichts ausschüttet.
Steuern
Was ist das?
Bei Investmentfonds, die ihre Erträge ganz oder teilweise im Fonds lassen statt sie auszuschütten (thesaurierende Fonds), versteuern Sie einen fiktiven Betrag: die Vorabpauschale (§ 16 Abs. 1 Nr. 2 und § 18 InvStG). Der Gesetzgeber will so sicherstellen, dass auch ohne Ausschüttung ein Mindestbetrag versteuert wird.
Die Vorabpauschale ist der Basisertrag abzüglich der Ausschüttungen des Jahres. Der Basisertrag ist der Rücknahmepreis zu Jahresbeginn, multipliziert mit einem gesetzlich festgelegten Anteil des Basiszinses, den das Bundesministerium der Finanzen jedes Jahr veröffentlicht, für 2026 mit Schreiben vom 13. Januar 2026 (§ 18 Abs. 1 und 4 InvStG). Ohne Anstieg des Anteilspreises im Kalenderjahr fällt keine Vorabpauschale an.
Die Vorabpauschale gilt am ersten Werktag des Folgejahres als zugeflossen, die für 2026 also am 4. Januar 2027 (§ 18 Abs. 3 InvStG). Die Bank zieht die Steuer dann vom Konto ein, nicht aus dem Fonds. Beim späteren Verkauf werden die versteuerten Vorabpauschalen vom Gewinn abgezogen, damit nichts doppelt besteuert wird (§ 19 Abs. 1 InvStG).
W
WährungsrisikoWährungsrisiko: Legen Sie in fremder Währung an, kann ein ungünstiger Wechselkurs Ihr Ergebnis in Euro schmälern.
Geldanlage
Was ist das?
Ein Währungsrisiko entsteht, wenn eine Anlage nicht in Euro geführt wird. Ändert sich der Wechselkurs, ändert sich auch der Wert Ihrer Anlage in Euro. Das kann sogar dann zu Verlusten führen, wenn die Anlage in ihrer eigenen Währung an Wert gewinnt.
Betroffen sind zum Beispiel Anleihen in fremder Währung, ausländische Aktien und Gold, das in US-Dollar gehandelt wird. Bei weltweit anlegenden Fonds tragen Sie die Währungsrisiken vieler Länder, egal in welcher Währung der Fonds ausgewiesen wird.
Lautet ein Produkt auf eine andere Währung, muss das Basisinformationsblatt nach EU-Recht deutlich auf das Währungsrisiko hinweisen.
WertpapierEin Wertpapier verbrieft ein Vermögensrecht, zum Beispiel einen Anteil an einer Firma oder eine Forderung, und macht es handelbar.
Geldanlage
Was ist das?
Ein Wertpapier verbrieft ein Vermögensrecht, hält es also rechtlich fest. Beispiele sind Aktien als Anteile an einem Unternehmen, Anleihen als Forderungen an einen Schuldner und Investmentfondsanteile.
Die Verbriefung erleichtert den Handel mit diesen Rechten, für viele Arten von Wertpapieren gibt es organisierte Märkte wie Börsen. Eine Papierurkunde ist dafür nicht nötig: Nach dem Wertpapierhandelsgesetz sind Wertpapiere auch dann Wertpapiere, wenn keine Urkunden über sie ausgestellt sind (§ 2 Abs. 1 WpHG).
Aktien werden heute meist nicht mehr als Papier ausgegeben, sondern in Sammelurkunden erfasst und im Depot verbucht. Wertpapiere können inzwischen auch rein elektronisch begeben werden, durch Eintragung in ein elektronisches Wertpapierregister (§ 2 eWpG).
X
XetraXetra ist der vollelektronische Handelsplatz der Frankfurter Wertpapierbörse für Aktien, ETFs und andere Wertpapiere.
Börse und Markt
Was ist das?
Xetra ist der vollelektronische Handelsplatz der Deutschen Börse an der Frankfurter Wertpapierbörse. Der Name stand ursprünglich für „eXchange Electronic TRAding“, gestartet ist Xetra am 28. November 1997.
Kauf- und Verkaufsaufträge werden in einem zentralen Computersystem gegenübergestellt und automatisch ausgeführt, wenn Stückzahl und Preis übereinstimmen. Das Orderbuch ist offen, also für die Teilnehmer einsehbar, und die Preisfindung folgt festen Regeln. Sogenannte Designated Sponsors sorgen zusätzlich für Liquidität, also dafür, dass sich leichter ein Handelspartner findet.
Die Deutsche Börse bezeichnet Xetra als Referenzmarkt für deutsche Aktien und als in Europa führenden Handelsplatz für ETFs. Als Privatanleger handeln Sie dort über Ihre Bank oder Ihren Broker, die Ihren Auftrag weiterleiten.
Z
ZertifikatEin Zertifikat ist rechtlich eine Schuldverschreibung: Sie leihen dem Herausgeber Geld. Geht er pleite, droht ein Totalverlust.
Geldanlage
Was ist das?
Mit einem Zertifikat nehmen Sie an der Entwicklung eines anderen Werts teil, des sogenannten Basiswerts, etwa einer Aktie oder eines Index wie dem DAX. Wie genau, regeln die Bedingungen des jeweiligen Zertifikats, und es gibt sehr viele Bauarten.
Rechtlich ist ein Zertifikat eine Inhaberschuldverschreibung: Der Herausgeber, der Emittent, verspricht dem Inhaber eine Leistung nach diesen Bedingungen (§ 793 BGB). Wer ein Zertifikat kauft, leiht dem Emittenten also Geld.
Ob Sie Ihr Geld zurückbekommen, hängt deshalb nicht nur vom Basiswert ab, sondern auch davon, dass der Emittent zahlen kann. Wird er zahlungsunfähig, droht ein Totalverlust (Emittentenrisiko).
ZinseszinsZinseszins heißt: Ihre Zinsen werden mitverzinst. So wächst der jährliche Zuwachs mit der Zeit, solange Sie nichts entnehmen.
Finanzplanung
Was ist das?
Beim Zinseszins werden Zinsen nicht ausgezahlt, sondern dem Guthaben gutgeschrieben. Im nächsten Zeitraum werden sie dann selbst mitverzinst. Die BaFin erklärt das am Beispiel des Sparbriefs: Werden die Zinsen gutgeschrieben und mitverzinst, tritt der Zinseszinseffekt ein.
Weil die Basis jedes Jahr größer wird, steigt auch der jährliche Zuwachs von Jahr zu Jahr. Der Effekt braucht deshalb vor allem Zeit und Geduld. Bei Fonds spricht man im übertragenen Sinn ebenfalls vom Zinseszinseffekt, wenn Erträge automatisch wieder angelegt werden.
Bei Krediten setzt das Gesetz Grenzen. Nach § 248 Abs. 1 BGB ist eine im Voraus getroffene Vereinbarung, dass fällige Zinsen wieder Zinsen tragen, nichtig. Für Einlagen bei Banken und Sparkassen erlaubt § 248 Abs. 2 BGB eine Ausnahme.
Dazu habe ich noch keinen Eintrag. Merlin hilft Ihnen weiter, oder schreiben Sie mir, welcher Begriff fehlt.
Die Erklärungen sind allgemeine Informationen und keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung.



